Definition Dysplasie

Der Begriff Dysplasie leitet sich von dem lateinischen Wort dysplasia und bedeutet übersetzt Fehlbildung oder Missbildung. In der Medizin sind in diesem Zusammenhang Fehlbildungen von Organen, Geweben oder Körperteilen gemeint.

Dysplasie an Organen

Je nach betroffenem Organ wirken sich Dysplasien mehr oder weniger stark auf das Leben des Betroffenen aus. Ist zum Beispiel das zentrale Nervensystem mit Gehirn oder Rückenmark von einer Fehlbildung betroffen, ist dies unter Umständen nicht mit dem Leben vereinbar oder kann in einer angeborenen Querschnittslähmung resultieren.
Andere Dysplasien können zum Beispiel die Lunge, Blutgefäße oder die Netzhaut im Auge betreffen, die mit entsprechenden Symptomen am Organ einhergehen. Dysplasie-Formen, die vererbt werden, sind möglich.

Fehlbildung am Knochen

Dysplasien treten ebenfalls am Skelett oder Bindegewebe auf. Zu den bekanntesten dieser Art zählen sicherlich die Hüftgelenksdysplasie, bei der beim Neugeborenen das Hüftgelenk nicht richtig ausgebildet ist oder es aufgrund von Entwicklungsstörungen zu Missbildungen kommt, oder die Glasknochenkrankheit, Osteogenesis imperfecta, die sich durch eine gestörte Zusammensetzung des Knochens mit abnorm hoher Knochenbrüchigkeit auszeichnet.

Dysplasie als Präkanzerose

Unterscheiden muss man die allgemeinen Dysplasien von solchen, die als Krebsvorstufe, der Präkanzerose, gelten. Eine solche Dysplasie entwickelt sich häufig über einen Zeitraum von Jahren und ist durch eine gestörte Ausreifung von Gewebe gekennzeichnet, die sich mikroskopisch feststellen lässt. Solche Dysplasien treten häufig an Haut und Schleimhaut auf und gelten als Vorstufe eines bösartigen Tumors. Je nach Ausprägung unterteilt man sie in fakultative, mit geringem Entartungsrisiko, und obligate Präkanzerosen, die eine hohe Entartungswahrscheinlichkeit haben.

Leave a Reply